Motorradausbildung

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Motorradausbildung und Motorradprüfung: Wie viele Theoriestunden sind Pflicht, was beinhaltet die praktische Ausbildung und worauf muss man in den Fahrstunden achten? Zum Schluss finden Sie auch einige Hinweise zum Ablauf der praktischen Prüfung.

 


Viele Interessenten, die sich nach einer Motorradausbildung erkundigen, besitzen schon den Führerschein Kl. 3 bzw. Kl. B und möchten ihn erweitern auf den Motorradführerschein Kl. A. 

Zur Motorradausbildung haben wir eine Kawasaki ER-6n (72PS) und eine ER-6n für die Klasse A2(35KW). Diese sind vorgesehen für den Direkteinstieg in die Klasse A, also ohne den Umweg über den Stufenführerschein, für Interessenten ab 25 Jahre. Die Maschinen sind sehr handlich, gutmütig zu fahren, Universalmotorräder für Stadtverkehr und für die Reise.

Theorieausbildung:

1. Motorradschüler/innen, die schon den Pkw-Führerschein besitzen (alter Führerschein Kl. 3 oder neuer Kl. B), und diesen auf Klasse A erweitern wollen, müssen insgesamt 10 Doppelstunden Theorie zu 90 Minuten besuchen.
Davon
- 6 Doppelstunden allgemeiner Grundstoff
- 4 Doppelstunden Zusatzstoff Motorrad-Theorie.

2. Motorradschüler/innen, die gleichzeitig die Führerscheine Kl. B und A machen (Doppelklasse), müssen insgesamt 18 Doppelstunden Theorie zu 90 Minuten besuchen.
Davon
- 12 Doppelstunden allgemeiner Grundstoff
-   2 Doppelstunden Zusatzstoff Pkw- u. Anhänger-Theorie und
-   4 Doppelstunden Zusatzstoff Motorrad-Theorie.

3. Motorradschüler/innen, die, ohne einen Führerschein zu besitzen, gleich in die Klasse A einsteigen wollen, müssen insgesamt 16 Doppelstunden Theorie zu 90 Minuten besuchen.
Davon:
- 12 Doppelstunden allgemeiner Grundstoff
- 4 Doppelstunden Zusatzstoff Motorrad-Theorie.

Wir bieten den Zusatzstoff für Motorrad am Donnerstag in Ramersdorf an.

Theorieprüfung:

1. Motorradschüler/innen, die von Kl. B auf Kl. A erweitern, erhalten einen Bogen mit 10 Fragen Grundstoff und 10 Fragen Zusatzstoff Kl. A. Maximale Fehlerzahl 6.

2. Motorradschüler/innen, die gleichzeitig die Führerscheine A und B erwerben wollen, erhalten einen Bogen mit 20 Fragen Grundstoff, 10 Fragen Zusatzstoff Kl. A und 10 Fragen Zusatzstoff Kl. B. Zur Fehlerauswertung werden die Bögen getrennt ausgewertet: a) Grundstoff + Zusatzstoff Kl. A; b) Grundstoff + Zusatzstoff Kl. B. Bei a) und b) ist die maximale Fehlerzahl 10, außer es sind zwei Fragen mit Wertigkeit 5 dabei.

3. Motorradschüler/innen, die ohne einen Führerschein direkt in die Kl. A einsteigen wollen: Diese erhalten einen Bogen mit 20 Fragen Grundstoff und 10 Fragen Zusatzstoff. Auswertung: Maximal 10 Fehler, außer es sind zwei Fragen mit Fehlerwertigkeit 5 dabei.

Praktische Ausbildung:

Die Ausbildung umfasst wie im Pkw-Bereich eine Grundausbildung und besondere Ausbildungsfahrten ("Sonderfahrten"). Die Sonderfahrten beinhalten 3 x 45 Min. Nachtfahrt, 4 x 45 Min. Autobahnfahrt und 5 x 45 Min. Überlandfahrt.

  • Schutzkleidung und Helm:
    Bitte bringen Sie ihre komplette Motorradbekleidung mit, vor allem feste Stiefel, die die Knöchel bedecken. Gerne beraten wir Sie bei der Auswahl der richtigen Bekleidung.

  • Mitfahren - selbständiges Fahren:
    Im Gegensatz zur Pkw-Ausbildung, wo der Fahrlehrer immer im Auto neben Ihnen sitzt, lernen Sie bei der Motorradausbildung das selbständige Fahren. Das hat Vor- und Nachteile: Vorteile sind, dass Sie die Beherrschung der Maschine, der Verkehrsregeln und der Gefahren wirklich ernst nehmen müssen, denn es geht auch immer um Ihr Leben. Nachteile: Wenn beim selbständigen Fahren etwas schief geht, dann kann auch Ihr Fahrlehrer ihnen kaum noch helfen. Denn er fährt getrennt von Ihnen mit, auf dem eigenen Motorrad oder Pkw. Nur über Funk und über Sichtkontakt sind Sie mit ihm verbunden. 
    Damit die Risiken möglichst klein gehalten werden, wird Ihr Fahrlehrer Sie anfangs nicht selbst fahren lassen, sondern die Maschine mit Ihnen als Beifahrer selbst zum Übungsplatz fahren. Erst wenn Sie die wichtigsten Grundfahraufgaben gut beherrschen (z.B. Bremsen, Kurve fahren, Slalom fahren), kann er es verantworten, Sie selbst fahren zu lassen. Aber auch dann fahren Sie erst mal nicht voraus, sondern dem Fahrlehrer hinterher. 
  • Grundfahraufgaben:
    Zu Beginn der Ausbildung fährt der Fahrlehrer mit Ihnen auf dem Motorrad zu einem geeigneten Übungsplatz.
    Da die meisten unserer Motorrad-Fahrschüler/innen schon einen Führerschein haben und damit einige Verkehrserfahrung mitbringen, üben wir bei der Grundausbildung vor allem die Grundfahrübungen für Motorradfahrer. Sie dienen, laut Prüfungsrichtlinie, "dem Nachweis, dass der Bewerber das Kraftrad selbständig handhaben kann, die Grundbegriffe der Fahrphysik kennt und sie richtig anwenden kann (Fahrzeugbeherrschung)."
    Folgende Grundfahraufgaben sind zu üben und in der Prüfung zu beherrschen (Kl. A):
    1. Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit
    2. Stop an Go
    3. Kreisfahrt (4,5 m Halbmesser)
    4. Abbremsen aus ca. 50 km/h mit höchstmöglicher Verzögerung
    5. Langer Slalom mit ca. 30 km/h ( 3 x 9, anschließend 2 x 7 m)
    6. Slalom mit ca. 30 km/h (4 x 7 m)
    7. Ausweichen nach Abbremsen
    8. Ausweichen ohne Abbremsen
  • Die Sonderfahrten:
    Sie dürfen die Sonderfahrten erst dann fahren, wenn Sie die Grundfahraufgaben gut beherrschen und das Motorrad im Verkehr sicher führen können. Wegen der besonderen Gefahren, die es für Sie als selbständig Fahrender bei den Sonderfahrten gibt, üben wir vor allen Sonderfahrten nochmal die wichtigsten Grundfahraufgaben: Vollbremsung, Kreisfahrt, Slalom, Bremsen und Ausweichen, Ausweichen ohne Abbremsen. Zu Anfang der Sonderfahrt (z.B. der Überlandfahrt) wird Ihr Fahrlehrer vorausfahren, um Ihnen durch seine Fahrweise z.B. die richtige Kurvenlinie zu zeigen. Später dürfen Sie dann auch selbst vorausfahren. Sie sollten sich aber immer klar machen, dass Motorrad fahren zwar viel Freude macht, andererseits aber ein Motorrad viel schwerer zu beherrschen ist als z.B. ein Auto. 

Praktische Prüfung:

Die praktische Prüfung darf erst nach erfolgreicher theoretischer Prüfung erfolgen. Sie dauert für die Kl. A 60 Minuten.

Notwendige Unterlagen für die Prüfstelle:
Bescheinigung der Fahrschule über die Sonderfahrten, alter Führerschein, Ausweis.

Zuerst stellt der Prüfer Ihnen eine Frage zur technischen Sicherheitskontrolle des Motorrades : Z.B. "bitte schalten Sie das Fernlicht an und zeigen Sie, woran Sie das eingeschaltete Fernlicht erkennen!" Oder: "Wie groß ist die Mindestprofiltiefe und woran können Sie sehen, dass ein Reifen abgefahren ist?"

Dann fahren Sie, nach Anweisung des Prüfers, bestimmte  Grundfahraufgaben. Erst, wenn Sie diese ohne Fehler, oder wenigstens nach Wiederholung ohne Fehler, ausgeführt haben, geht es zur weiteren Prüffahrt im Stadtverkehr und auch auf die Autobahn. Ihr Fahrlehrer fährt hinter Ihnen im Pkw, der Prüfer sitzt neben dem Fahrlehrer und gibt ihm die Richtungsanweisungen vor. Diese gibt Ihr Fahrlehrer an Sie per Funk weiter. Normalerweise fahren Sie immer gerade aus, außer Sie hören über Funk die Anweisung "links abbiegen" oder "rechts abbiegen".

Nach der Prüfungsfahrtt fahren Sie rechts ran, bocken die Maschine auf, ziehen den Zündschlüssel ab, sperren das Lenkerschloss und drehen (wenn vorhanden) den Benzinhahn zu. Anschließend wird der Prüfer Ihnen das Ergebnis der Prüfung mitteilen - sicherlich bestanden!

 

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